Contamine

Contamine

 

Nachdem der Wetterbericht nochmals ein Westalpen-Hoch prognostizierte, einigten wir uns kurzerhand auf eine zweite Runde Chamonix diesen Sommer.
Nach einer 20-minütigen Fahrt mit der Monteversbahn gings auch schon los in Richtung Lechaux-Hütte. Nach etwa zweistündigem Gletscherfußmarsch trudeleten wir als erste Partie gegen Mittag auf der Lechaux-Hütte ein. Das Wetter war bombastisch und die Temperaturen mehr als angenehm warm (was sich gegen Mittag bereits in extremen Steinschlag rund um ums bemerkbar machte).
Um den verbleibenden Nachmittag noch optimal auszunützen, einigten wir uns auf eine 7-Seillängen-Tour am Aiguille du Pierre Joseph (siehe zugehöriger Bericht). Auch hier kamen wir in den Genuss von perfekter Granit-Kletterei in einer atemberaubenden Kulisse mit Blick auf die Grandes Jorasses.

Nach einem gelungenen Auftakt ließen wir den Abend bei einem Bier und gewohnter Tourenplanung für den Folgetag ausklingen und teilten uns das Lager letztendlich doch mit 5 Seilschaften.

Um 02:30 Uhr klingelte der Wecker, woraufhin wir uns gegen 03:00 Uhr auf den Weg über den Lechaux-Gletscher in Richtung Petites Jorasses machten. Nach ca. 2 Stunden befanden wir uns auch schon am Einstieg (wobei wir die erste SL noch seilfrei mit Steigeisen kletterten). Vor uns befand sich lediglich eine Seilschaft, eine weitere startete in der Nebenroute „Anouk“.

Aufgrund des Kaltstarts wurde gleich zu Beginn ordentliches Zupacken gefordert, wobei die Schwierigkeiten als gemäßigt einzustufen sind.  Die spärliche Absicherung lässt sich mit mobilen Sicherungsmitteln perfekt ergänzen, fordert aber einiges an Orientierungsvermögen.
Nach insgesamt 22 Seillängen befanden wir uns am Ausstieg und begannen unverzüglich mit der Abseilerei, welche bei einer solchen Länge definitiv nicht zu unterschätzen ist. Des Weiteren war uns zudem erfahrungsgemäß  bewusst, dass Granitschuppen bekanntlich am liebsten Kletterseile fressen, und dies vermutlich für einige „Hänger“ sorgen wird.
Unser Befürchtungen trafen zu unserem Erstaunen jedoch nicht ein und wir erreichten nach einer 2- stündigen Abseilfahrt über 700 Wandmeter den Einstieg, wo wir erstmals entspannt eine Pause einlegten.
Zügig gings über die spaltendurchsetzte Eisflanke zum Gletscherboden, woraufhin auch schon die Dunkelheit hereinbrach. Gegen 22:00 Uhr erreichten wir die Lechaux-Hütte, wo uns die außerordentlich bemühte und vor allem sympathische Wirtin unser Abendessen bereitgestellt hat. JACKPOT 🙂

Facts Contamine- Petites Jorasses:

  • UIAA:  VI oder VI- A0, anhaltend V
  • Wandhöhe: 750 m
  • Exposition: West
  • Erstbegehung durch A. Contamine, M. Bron und P. Labrunie 20.-21.08.1955
  • alpiner Charakter
  • Ausrüstung: 1 Satz Cams + Keile, 2 x 50-Meter.Seile
  • Absicherung: Die Absicherung mit Normalhaken ist für solch eine klassische Tour eher unterdurchschnittlich, und man ist oft auch an den Ständen auf sich allein gestellt, wobei diese problemlos ist und der Fels fast durchgehend perfekte Qualität aufweist
  • Zustieg: Von der Hütte entweder auf Leschaux Gletscher absteigen und diesem bis unter die Westwand folgen oder besser: über Leitern und steilen Pfad hinter der Hütte ca. 100 Hm aufsteigen und dann über die Moränen auf den Gletscher und direkt über den steilen Gletscher zum Einstieg.
  • Abstieg: Abseilen über die Nebenroute „Anouk“

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Zustieg aus Richtung Montevers-Bahn

 

 

 

IMG_2226    erste SL

 

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Abseilen über die Nebenroute ANOUK

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