Klassische Nordwand

Klassische Nordwand

Die klassische Nordwand stellte meine erste Tour im Dachl dar.
Im Alter von 19 Jahren (zu diesem Zeitpunkt durfte ich mich seit ca. einem Jahr als angehende Kletterin bezeichnen) war es endlich soweit: die erste Tour im Dachl. Natürlich kletterte ich diese Route mit meinem Papa, welchen ich sowohl als Vorbild, Lehrmeister und Inspiration sehe und welcher sozusagen in den Nordwänden der Hochtorgruppe aufgewachsen ist 😉

Nachdem wir die Dachlschlucht (2-3) hinter uns gelassen hatten, und uns endlich am Einstieg befanden, gings nach einer kurzen Pause auch schon los:
Da wir zum damaligen Zeitpunkt bereits eine gut eingespielte Seilschaft bildeten, gings in Wechselführung zügig voran. Die klassische Nordwand startet in den ersten Längen mit gemäßgten Schwierigkeiten. Die vierte und fünfte SL bieten hervorragende Verschneidungskletterein. Weiter geht es durch die schwarze Verschneidung und eine anschließende heikler Querung nach rechts welche bei uns aufgrund schöner Durchnässung doch ein wenig anspruchsvoll war.
Nun bieten sich auch immer schönere Tiefblicke wie man hier vor Beginn des Fickertrisses sehen kann. Trotz spektakulärer Tiefblicke ware der Blick in Richtung Dachstein eher beunruhigend:
dunkle Regenwolken zogen rasant über die Hochtorgruppe, woraufhin es auch schon zu „graupln“ begann. Richtig gelesen: ein kurzer Graupel- (Schnee-) Schauer Mitte Juni ist für die  Dachl kein Ausnahmefall! Nicht umso handlet es sich bei den Nordwänden der Hochtorgrüppe um eine berüchtigte bzw.  ernste Location. Wetterstürze können wie oben beschrieben schon Mal mit Schneefall einhergehen.
Zum Glück konnte ich die Crux („Fickert-Riss“) rechtzeitig überwinden. Am Ringband angekommen blinzelte und  auch schon wieder die Sonne entgegen und wir konnten die klassische Nordwand doch noch stressfrei zuende klettern.

Fazit: De klassische Nordwand ist ein wahrer Xeis-Klassiker im 6.Schwierigkeitsgrad, welcher mittlerweile perfekt saniert ist.
Definitiv eine Wiederholung wert, also VENGA!!

Facts Klassische Nordwand
  • UIAA: 6 ( mit kurzer Variante 7- wobei diese sehr gut A0 gegangen werden könnte)
  • Wandhöhe:
  • Exposition: Nord
  • Erstbegeher: H. Rößner, S.Schintlmeister und K.Moldan
  • Talort: Gstatterboden
  • Zustieg: om Parkplatz (Haindlkarparkplatz an der Gesaeusestraße) auf dem markierten Weg zur Haindlkarhuette. Weiter auf dem markierten „Peternpfad“ bis zur Dachlschlucht, die zwischen Rosskuppe und Plattenspitz der Dachl-Nordwand herabzieht. Am Fuss der Schlucht ist das Materialdepot. Nun in der Dachlschlucht (2-3) etwa 200m empor, bis man auf einem schwach ausgepraegten Band an die rechte Begrenzungskante zu einer kleinen Laerche hinausqueren kann. Ueber zwei kurze, steile Aufschwuenge und rechtshaltend auf Baendern zu Standhaken
  • Abstieg: Ueber den flachen Plattenschuss am Dachlgrat in Richtung Rosskuppe. Ueber zwei Wandstufen auf den Gipfel der Rosskuppe (2152m) und Richtung Sueden auf dem Gratkamm abwaerts. Auf einem Band nach links in die Peternscharte. Weiterer Abstieg ueber den „Peternpfad“ zum Materialdepot.
  • Ausrüstung: 12 Expressen
  • Charakter: mittlerweile gut saniert: Stände gebohrt; viele NH sowie 1-2 BH als Zwischensicherungen

 

 

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