Rothorn-Nordlicht

Rothorn-Nordlicht

Wenn ich die Kletterroute Nordlicht am Rothorn in den Loferer-Steinbergen Revue passieren lasse, werde ich sowohl an positive, wie auch negative Momente erinnert.
Der Tag startete wie gewohnt: Treffpunkt in Lofer. Start am Parkplatz in Waidring (Aschertal) um 04:00 Uhr. Auf uns wartete eine brandneue Route am Rothorn, welche eine Länge von 1000 Meter bis zum unteren 8. Schwierigkeitsgrad aufweist. Das Wetter war bombastisch und die Motivation unendlich. Alle Komponenten, die zu einem erfolgreichen und ausgefüllten Klettertag beitragen, waren definitiv vorhanden.

Nach einem 1,5 stündigem Zustieg und einer kurzen Pause am Einstieg gings auch schon los. Die erste Crux befindet sich in der 3.SL, welche jedoch im Vergleich zu den übrigen SL doch recht brüchig war. In gemäßigten Schwierigkeiten gings über Platten, Verschneidungen und Rissen weiter zum ersten Pfeiler. Die eigentliche Schlüssellänge befindet sich in der 11.SL. Ein kurzer Quergang nach links, gefolgt von einer kleinen Wulst, welche in direkter Linie nach oben zum folgenden Standplatz zieht. Der rote Punkt wurde auch dieser SL verpasst. Motiviert und guter Dinge hinsichtlich der verbleibenden Zeit gings weiter zum zweiten Pfeilerkopf.
In der 21.Seillänge  angekommen passierte schließlich das „kleine“ große Missgeschick: Eine kurze Verdrehung in einer Rissverschneidung, ein dumpfer Schnalzer im linken Knie und zack, gerissen war der Meniskus. Da ich jedoch vorerst keine allzu großen Schmerzen verspürte, setzten wir die Kletterei ohne Weiteres fort (die Schwierigkeiten des obereren Wandteils beschränken sich auf den 5.-6. Grad) und erreichten um 14:30 Uhr den Gipfel des Rothorns.  Nun stand uns ein langer aber problemloser Abstieg bevor: eine Überschreitung, welche entlang des „Nuaracher Höhenweges“ nach Westen über das große Rothorn, Ulrichshorn und Heimkehrerkreuz nach St.Ulrich am Pillersee führt. Bei halber Mitte bemerkte ich, dass mein Knie bereits aufs Zweifache angeschwollen war, jedoch hielten sich die Schmerzen  in Grenzen.
Nach 2,5 Stunden war der Parkplatz nun endlich erreicht.
Am Folgetag kam ich jedoch um den Besuch im Krankenhaus nicht herum: Diagnose: Meniskus zerfetzt, Seitenband eingerissen. OP-Termin wurde vereinbart und somit war schweren Herzens eine 8-wöchige Pause angesagt. Die zweite Wiederholung der „Nordlicht“ wars jedoch wert 😉

Facts Nordlicht:

  • UIAA: 8- (6+ A0)
  • Exposition: NO
  • Kletterlänge: 1000m
  • Wandhöhe: 650m
  • Erstbegeher: von Adi Stocker, Toni (Ruass) Niedermühlbichler und Willi Reich von unten eingerichtet.
  • Zustieg: on Waidring (Parkplatz Aschertal – Richtung Griesbachsteig): Vom Schranken über den steilen unterbrochenen und nicht betreuten Forstweg aufwärts. Bei Abzweig den Forstweg rechts nehmen, der in die betreute Forststrasse mündet. Diese nach rechts weiter bis zu Abzweig links. Nun links weiter bis ein Bachlauf die Forstrasse quert. Etwa 30 m danach auf schwer einzufädelndem Jägersteig in die Kugelstatt unterhalb der Wände des Großen und Östlichen Rothorns. Bei Erreichen des Kars verfolgt man den Steig noch etwa 100m nach links um in einem Bachbett anzusteigen. Man orientiert sich am markant kompakten unteren Teil des vom Östlichen Rothorn nach Norden abfallenden, geschwungenen und stufigen Pfeilers. In dessen Falllinie erreicht man über ein grasig blockiges Schuttfeld eine kleine Schlucht am Wandfuß.
  • Abstieg: entlang des „Nuaracher Höhenweges“ nach Westen über das große Rothorn, Ulrichshorn und Heimkehrerkreuz nach St.Ulrich am Pillersee (2,5 Std)
  • Material: 15 Expressen
  • Charakter: sehr gut abgesicherte Route in alpiner Szenerie

TOPO: Topo

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Schlüssellänge (Quergang mit anschließender Wulst, 😎

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