Zanzara-Pfeiler

Zanzara-Pfeiler

„Lange Zeit war dieses Meisterwerk aus freiklettertechnischer Sicht das Maß aller Dinge“. Der Zanzara-Pfeiler stach mir bereits bei meinem ersten Arco-Trip ins Auge: steil, ausgesetzt und wild.
Im September 2016 war es dann endlich soweit: Einstieg um 09:00 Uhr. Die erste SL eignet sich perfekt zum Warmklettern, bevor es in die erste Risslänge geht. Ich übernahm den kompletten Vorstieg in dieser Tour,  wobei meine Unterarme gleich zu Beginn in der ersten 6b+ Länge einen ordentlichen Pump erfuhren. Meiner Meinung würde die erste SL auch eine 6c-Bewertung ganz gut vertragen (zudem auch mehrere Griffe und Tritte sehr abgespeckte waren).
Weiter geht’s mit der Schlüssellänge (7a+), welche mir nach einer Verschnaufpause am Stand im Vergleich zur ersten SL ganz gut von der Hand ging.
Die dritte SL besteht aus einem, nach rechts ziehenden Quergang, welcher zu Beginn wirklich gute Leisten und Löcher aufweist. Erst gegen Ende des Querganges erreicht man eine sauglatte Plattenstelle, in welcher nochmals Balancegefühl und herzhaftes Leistenziehen gefragt ist.
Die vierte, und für mich schwierigste Seillänge, zieht zuerst über eine gut griffige Plattenstelle nach links und geht folglich in steilere Kletterei über. Die Hakenabstände im Schlüsselzug sind vergleichsweise weit, jedoch ist das Sturzgelände absolut unbedenklich (ich selbst braucht ebenso 2 Anläufe, um diese, teils abgeschmierte, Stelle zu überwinden.
Verwundert über die technisch relativ anspruchsvolle nachfolgende 6a-Länge, welche über Platten zum Band hinaufzieht, erfordert nochmals sauberes Steigen und ordentliche Leistenzieherei.
Nach einer kurzen Pause am Band (die Wasservorräte sind dank der bestehenden 36 Grad beinahe aufgebraucht) wir die Kletterei fortgesetzt: im Vergleich zum unteren Teil ist die Kletterei definitiv leichter, jedoch bleibt sie technisch, ausdauernd und sehr fordernd. Auch im oberen Teil wird einem kein einziger Meter geschenkt.
Doch die Schinderei ist´s definitiv wert: die Schönheit dieser finalen Längen ist kaum zu übertreffen. Von Tropfloch zu Tropfloch geht es in technisch anspruchsvoller Kletterei höher. Doch im vergleich zum unteren Teil wurde die Absicherung meiner Meinung nach etwas spärlicher, wodurch eine gute Moral und Entschlusskraft nochmals unter Beweis gestellt werden.
Die letzte SL bildet eine großgriffige Verschneidung, welche anschließend ins leichte Ausstiegsgelände übergeht.
Getrieben von unserem unfassbar großen Durst meisterten wir den Abstieg über den klettersteig in Rekordzeit, woraufhin wir (ebenfalls in Rekordzeit) unserer Dehydrierung wohlverdient mit Bier und Wein entgegen wirkten 😀

Facts Zanzara-Pfeiler:

  • UIAA: 9 – (8- obl.)
  • Wandhöhe: 300m
  • Exposition:
  • Material: 12 Expressen
  • Erstbegeher: 1983 von Manolo Zanolla und Roberto Bass
  • Ausgangspunkt: Parkplatz nahe dem Campingplatz in Arco-Prabi (rechtes Ufer der Sarca)

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