Oltre la Porta

Oltre la Porta

Bei der Oltre la Porta handelt es sich um eine meiner absoluten Lieblingstouren am Grödner Joch:
Anhaltende, homogene sowie teils ausgesetzte Kletterei in großteils festem Fels, ausreichende Absicherung und eine wahnsinns Aussicht charakterisieren diese exzellente alpine Sportkletterroute.
Hinsichtlich der Zwischensicherungen ist anzumerken, dass der erste Haken meist ziemlich – ich würde sagen zu- hoch gesetzt ist. Jedoch sind die Schlüsselstellen jeweils sehr gut versichert, wodurch moralische Aussetzer verhindert werden können 😉

Nachdem wir unseren Standort zum Parkplatz direkt vor den Brunnecker-Türmen verlagert hatten, verschlechterte sich unsere Laune innerhalb Sekunden: nicht nur die Tatsache, dass wir beinahe keinen freien Parkplatz für unseren VW-Bus gefunden hatten, sondern auch die Menge an offensichtlichen Kletterern trug zu unserer Missstimmung bei. Am folgenden Tag fanden wir jedoch wieder zu unserer eigentlichen Euphorie und Motivation zurück, denn mehr als die Hälfte der anwesenden, vermeintlichen Seilschaften entschieden sich für den Weg über den Klettersteig und stellten somit keine potentielle „Staugefahr“ in unserer auserwählten Route dar!

Einstieg um 08:00 Uhr: aufgrund der nord-östlichen Exposition konnten wir in den ersten vier Seillängen noch mit der Sonne im Genick klettern:

1. SL: 6a+, 35 Meter: Wenn der Kaltstart mit dem Einstiegsboulder (eher 6b) gemeistert ist, so wird die Kletterei etwas einfacher (6a passt nun), allerdings kann man vor dem hoch steckenden zweiten BH auf 10m problemlos einen Grounder riskieren (weniger empfehlenswert). Nach dem dritten BH folgt einfacheres Gelände ohne fixe Zwischensicherungen, wodurch ein kleiner bis mittlerer Satz Cams definitiv von Vorteil ist.

2.SL: 5c, 15 Meter

3.SL: 6b, 30 Meter: vom Stand weg klettert man in eine leicht überhängende Rissverschneidung, welche sich jedoch sehr gut auflöst. Die Zwischensicherungen sind ausreichend. Am Ende der SL klettert man durch einen selbst abzusichernden Riss und erreicht nach schroffigem Gelände den Standplatz.

4.SL: 6a, 50 Meter: löchrige Wand, welche eine sehr gute Felsqualität aufweist. Oben geht’s dann links an die Kante, zuletzt wie des öfteren in einfachem Schrofengelände zu Stand vor der nächsten Stufe.

5.SL:  6a, 45 Meter: nun geht’s in einen wunderschönen Piaz-Riss: super Felsqualität und echt coole Züge kennzeichnen diese Länge. Anschließend geht’s in leichtem Gelände ohne Zwischensicherungen zum Standplatz.

6.SL:  5c+, 20 Meter: herrliche, steile Kletterei in bestem Fels.

7.SL: 6a+, 45 Meter: meiner Meinung nach die, hinsichtlich der Linienführung, unlogischste Seillänge in dieser Route: zuerst geht’s nach links zum BH, und weiter gerade empor zum Pfeilerkopf. Anschließend nach rechts, wo eine kurze Dachpassage (easy für 6a+), ein selber abzusichernder Riss und am Schluss noch eine etwas einschüchternde, klassische Dolomiten-Passage (SU-Schlinge und NH) wartet.

8.SL: 2-3, rechts haltend nach oben zum Standplatz

9.SL: 6c+, 35 Meter: meine absolute Lieblingslänge. Die Crux befindet sich gleich zu Beginn der SL: man klettert über den Wulst, welcher jedoch bei genauerem Betrachten feine, jedoch gut griffige Strukturen  aufweist.  Wéiter bis zum kleinen Dach, unter welchem man folglich nach links quert und in eine geniale 6b- Platte gelangt. Ab hier kann man die letzten 20 Meter absolut genießen.

10.SL: gleich zu Beginn der Länge ist etwas Maximalkraft gefragt: nach einer leicht überhängenden Schuppe bzw. blockigen Verschneidung folgt eine unübersichtliche Platte mit vielen Leisten und Löchern in abweisend kompaktem, grauen Fels

11.SL: 6a, 30 Meter: Sehr schöne Kletterei an einer schwach ausgeprägten Verschneidung in orangem Fels, der viele Löcher und Henkel aufweist.

12.SL: 6b+/ 6c, 35 Meter: die letzte geniale Länge über Löcher und Leisten! Zuerst geht’s gerade hoch, woraufhin man nach rechts quert (einfach den Chalk-Spuren folgen) die Schlüsselstelle befindet sich meiner Meinung nach im Quergang nach rechts, jedoch ist diese aufgrund der vorgechalkten Griffe relativ logisch und gut zu klettern. Anschließend gerade nach oben (5c+) bis zum Stand

13.SL: Erstmals lässt die Felsqualität etwas nach, dafür geht es rechts um´s Eck eine Kante zum gerölligen Ausstieg auf Absatz (50m; 5; 5BH).

 

Facts Oltre la Porta:

  • UIAA: 8 (7 obl.)
  • Wandhöhe: 440 Meter:
  • Exposition: Nord
  • Absicherung: sehr gut mit BH abgesichert (Standplätze sowie Zwischensicherungen)
  • Material: 10 Expressen, evtl. kleine-mittlere Cams (fürs leichtere Gelände, Gr: 0,3-1)
  • Zustieg: Vom Parkplatz des Tridentina- Klettersteiges dem Steig, welcher zur Pisciadù-Hütte führt, folgen (Zick-Zack-Weg). Anschließend über Pfadspuren zum Einstieg. (30 Minuten)
  • Abstieg: abseilen über die Route oder Normalweg
  • Ausgangspunkt: Vom Grödner Joch, 2125 m, hinunter Richtung Corvara, an der achten Straßenkehre ein großer Parkplatz, 1956 m (Hinweisschilder).
  • Erstbegeher: Boldrin/Maceri 2003

TOPO: Topoguide Band  sowie in zahlreichen weiteren Dolomiten-Führern

 

Piaz-Riss in der 5.SL

Schlüssellänge (6c+)

 

oberer/leichterer Plattenteil der Schlüssellänge (6c+)

 

10. SL über Wulst (6b+/ 6c)

 

 

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