Klettern in der Verdonschlucht

Klettern in der Verdonschlucht

Da die Verdonschlucht für uns beide neu war, und wir bis dato lediglich eine Unmenge an sagenumwobenen Mythen über die dieses Gebiet gehört hatten, verspürten wir einen umso stärkeren Reiz, diese Schlucht zu erkunden.
Dabei beginnen fast alle Klettertouren hier völlig anders, als versierte Kletterfreunde das gewohnt sind. Normalerweise beginnt jede Klettertour mit einem Aufstieg, und nach dem Bezwingen des Gipfels erfolgt dann der unvermeidliche Abstieg. Genau umgekehrt verhält es sich im Canyon du Verdon. Hier beginnt die Tour mit dem Abseilen, hier gilt es, die richtige Stelle zu finden. Mit einem ortskundigen Führer ist das jedoch kein Problem.

Das gewöhnungsbedürftige Abseilen zu Anfang einer jeden Klettertour in der Schlucht dürfte auch der Grund dafür sein, dass erst relativ spät – genauer gesagt im Jahr 1968 – mit dem Klettern in der Schlucht begonnen wurde. Ab diesem Zeitpunkt allerdings nahm die Beliebtheit des Canyon bei Freizeit- und Profikletterern rasant zu, heute zählt er zu den beliebtesten Revieren in ganz Europa.
Da wir längere Touren definitiv bevorzugen, starteten wir im Sektor
„La Demande“, in welchem man mitunter die längsten Routen der Verdonschlucht findet.
Kurzerhand entschieden wir uns als erstes für „Ula“, einem 300 Meter langen Risssystem, ab dessen 4 Stand keine Zwischenhaken mehr vorhanden sind (Standplätze sind eingerichtet, Friends Gr. 075 – 4 erforderlich).

Am Folgetag kletterten wir erneut im Sektor „La Demande“. Die Route „Pillier des Ecureuils“ stellte sich ebenfalls als absolute Traumtour heraus (nur selten abgespeckt).
Es folgten Touren im Sektor „Fenrir“, bei welchen es sich jeweils um relativ „neue“ Routen handelt, und deren Felsqualität aufgrund dessen hervorragend war.

Die letzten beiden Tage verbrachten wir in der linken Schluchtseite (Rive gauche). Hier wiederum ist ein Zustieg von unten erforderlich. Ein klarer Vorteil bei unbeständigem Wetter (wie auch bei uns an diesem Tag). Nachdem wir uns für die Route „Astérix et Périls“ entschieden hatten, erreichten wir nach etwa 45 Minuten den Einstieg, woraufhin es kurz darauf zu nieseln begann. Nach dem Motto „Wird scho aufhean“ stiegen wir trotz dunkler Regenwolken ein. Mit dem Wissen, dass die Wand bis zum 5.Stand aufgrund des Daches in der Wandmitte trotz Regen trocken bleibt, kletterten wir entspannt entlang dieser wunderschönen Plaisirroute. Die erste Crux wurde zwar trotz nassen Plattenpassagen erschwert, jedoch tat dies der Genusskletterei nichts zur Sache und letztendlich konnte sich die Sonne im letzten Wanddrittel doch  noch durchsetzen.
Die finale Tour kletterten wir wiederum im Sektor „Rive gauche“. Auch dieses Mal ein wahrer Klettergenuss, welcher den krönenden Abschluss unseres Klettertrips bildete.

Facts: Verdonschlucht (Frankreich)

Parkplatz:
Sektor „La Demande“à Parkplatz „Belvedere“ von dort in 5 Minuten zur Abseilpiste
„Dalles Grises“
Sektor „Fenrir“à selber Parkplatz – Abseilpiste angeschrieben
Rive gaucheà Abfahrt Richtung La Palud – Moustiers – beim Kreisverkehr 2.Ausfahrt (sortie des Gorges) und bei „Pont du Galetas“ nach Brücke parken.
Touren:
  • „Ula“ – Sektor „La Demande“, 6b, 300 m
  • „Pillier des Ecureuils“ – Sektor „La Demande“,6b+, 300m
  • „Encourtoujourjamé“ – Sktor „Fenrir“, 6b+, 180m
  • „Astérix et Périls“ – Rive gauche, 7a, 220m
  • “Une Pincée de Ketchup” – Rive gauche, 6c, 280m

171

“Une Pincée de Ketchup” – Rive gauche, 6c, 280m

143

138

„Ula“ – Sektor „La Demande“, 6b, 300 m

144

„Pillier des Ecureuils“ – Sektor „La Demande“,6b+, 300m

147.jpg

123

 

175

151    90

122

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: